Betrug mit HIV-Medikamenten fliegt auf

WOANDERS ENTDECKT

Ein Berliner Apotheker und sieben HIV-Patienten sollen Abrechnungsbetrug im großen Stil begangen haben, bei dem ein Schaden von rund zehn Millionen Euro entstand.

Polizei und Staatsanwaltschaft haben nach umfangreichen Ermittlungen am Mittwoch und Donnerstag Razzien in drei Bundesländern, darunter Berlin, wegen Betrugs mit Medikamenten-Rezepten durchgeführt. Es wurden insgesamt zehn Wohnungen in Berlin, Kiel und Fulda durchsucht, auch eine Apotheke am Kurfürstendamm soll betroffen gewesen sein. Gegen acht Beschuldigte wurden Haftbefehle wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges vollstreckt. Es soll sich um einen Apotheker und sieben Patienten handeln.

Der beschuldigte Apotheker stehe in Verdacht, zwischen 2007 und 2009 gewerbsmäßig Rezepte über hochpreisige HIV-Medikationen gegenüber den Krankenkassen abgerechnet zu haben, ohne die verordneten Medikamente an die Patienten auszuhändigen. Derzeit wird von einem Schaden von rund zehn Millionen Euro ausgegangen.

Laut Staatsanwaltschaft erschlichen sich die Patienten bei Ärzten erheblich mehr Rezepte, als sie brauchten. Sie sollen einen regelrechten „Ärzte-Tourismus“ betrieben haben. Die Rezepte sollen dann von dem Apotheker aufgekauft und gegenüber den Krankenkassen so abgerechnet worden sein, als habe der Patient die verordneten Medikamente erhalten. Der Wert pro Verordnung lag bei durchschnittlich 2000 Euro. […]

© Berliner Morgenpost  | Razzia, Millionen-Betrug mit HIV-Medikamenten fliegt auf 

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