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Das Netz formiert sich zum Massenprotest

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by on Februar 11, 2012 at 18:58

Im Netz braut sich derzeit ein Sturm zusammen, der sich in den kommenden Tagen zu einem ausgewachsenen Orkan entwickeln könnte. Nachdem sich online bereits seit Wochen der Protest gegen das weltweite Urheberrechte-Abkommen Acta (Anti-counterfeiting Trade Agreement) formiert, soll das Aufbegehren gegen das Internetabkommen jetzt auch auf die Straßen getragen werden.

Mehrere hundert Demonstrationen sind am Wochenende europaweit geplant, über 50 allein in deutschen Städten. Es könnte der erste Massenprotest der Netzgemeinde auf dem alten Kontinent werden. Ermutigt sind die Netzaktivisten durch das erfolgreiche Aufbegehren gegen Acta in Osteuropa. Unter dem Eindruck massiver Proteste haben dort Polen und Tschechien die Ratifizierung des Abkommens vorerst ausgesetzt. Am Mittwoch gab auch Lettland bekannt, die Abstimmung erst einmal auf Eis zu legen.

Hauptinitiator des Protestes auf politischer Ebene ist die Piratenpartei. In einer Presseerklärung der Freibeuter heißt es: «Die Piratenpartei ruft alle Mitglieder und Bürger dazu auf, sich an den europaweiten Protesten am 11. Februar gegen das am 26. Januar von der EU unterzeichnete Anti Counterfeiting Trade Agreement (Acta) zu beteiligen. Das vorgeblich als Handelsabkommen zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie begründete Vertragswerk birgt in seiner derzeitigen Form zahlreiche Gefahren für die Bürgerrechte.»

Auch Grüne und Linke beteiligen sich an den Aktionen gegen das Abkommen. Die Bundesregierung erklärt dagegen, dass Acta nichts an der deutschen Rechtslage ändere. So langsam bekommen die verantwortlichen Politiker allerdings kalte Füße. Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger von der FDP, eine Befürworterin von Acta, ließ sicherheitshalber verlautbaren, dass die Liberalen jeglichen Netzsperren eine Absage erteilen.

Bei der Organisation spielen auch die Online-Netzwerke Facebook und Twitter eine entscheidende Rolle. Ob die Stopp-Acta-Initivative den Schwung aus dem Netz auch auf die Straße bringt wird maßgeblich an den Teilnehmerzahlen hängen.

Das Anti-counterfeiting Trade Agreement ist ein internationaler Handelspakt, der maßgeblich auf Druck der Film- und Musikindustrie in den USA zustande gekommen ist. Ziel ist die Durchsetzung von Urheberrechten auf internationaler Ebene. In der Kritik steht das Abkommen auch deshalb, da die Verhandlungen zu großen Teilen hinter verschlossenen Türen stattgefunden haben. Das Vertragswerk wurde bisher von der EU und zehn weiteren Staaten unterzeichnet. Auch das Europaparlamente muss es noch billigen.

Quelle: NachrichtenPolitik NachrichtenActa-Abkommen – Das Netz formiert sich zum Massenprotest

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Facebook-Chronik spaltet die User

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by on Februar 5, 2012 at 18:37

Mit der Ankündigung, dass die Facebook-Chronik für alle Mitglieder zur Pflicht werde, verschreckte das soziale Netzwerk vor wenigen Tagen Datenschützer und Nutzer zugleich. Absolute Transparenz und Kontrollverlust über die eigenen Daten – die Innovation von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg schürte vor allem Unsicherheit und Skepsis.

Während die PR-Abteilung damit beschäftigt ist, die Gemüter zu besänftigen und zu betonen, dass dass das neue Layout sogar für mehr Sicherheit sorge und Inhalte weiterhin verborgen oder gelöscht werden könnten, spricht eine Nutzer-Umfrage eine ganz eigene Sprache. Der amerikanische Sicherheitssoftware-Entwickler Sophos befragte rund 4000 Facebooker zu den Neuerungen auf der Plattform.

Die überwältigende Mehrheit von 80 Prozent spricht sich darin gegen die Chronik aus. Genauer zeigen sich 51 Prozent besorgt über die Entwicklung, weitere 32 Prozent fragen sich, warum sie überhaupt noch bei Facebook sind. Zum Vergleich: Nur 16 Prozent mögen die Chronik oder sind bereit, sich damit zu arrangieren. Natürlich sind diese Zahlen bei einer Gesamtnutzerschaft von 800 Millionen nicht repräsentativ, ignorieren sollte man sie aber auch nicht.

Automatischer Datentransfer

Die Krux an der Facebook-Chronik ist: Nutzer werden nicht nur dazu animiert, neue Daten in ihr Profil einzuspeisen – auch solche, die sich mit der Zeit vor ihrem Netzwerkbeitritt befassen. Zahlreiche Applikationen (Musikplayer, Fotobearbeitung und Ähnliches) füttern Facebook automatisch mit neuen Informationen über die letzten Aktivitäten der Nutzer und machen diese sichtbar, oft ohne zu erfragen, ob das überhaupt erwünscht ist.

Die news.de-Leser teilen sich in zwei Lager, was die Änderungen im sozialen Netzwerk angeht. Chefe etwa glaubt, durch die Timeline werde Facebook nur noch besser. «Dank Facebook und Co. wurde ich schon vor einigen schrägen Bewerbern gewarnt … Wo die jetzt arbeiten, weiß ich nicht. Jedenfalls nicht in unserer Firma …», schreibt er. Yammi5 hingegen findet deutlich kritischere Worte: «Die sollen sich ihre Timeline irgendwo hinschieben.»

Und Rolf kommentiert auf der news.de-Facebook-Seite: «Bin sofort weg, wenn Chronik Zwang wird.» Entsprechende Protestgruppen wie «Die Timeline kommt … Ich gehe!» oder «FB Timeline Sucks» gibt es bereits. Letztere hat mehr als 15.000 Anhänger. Einen genauen Starttermin für die Umstellung in Deutschland gibt es nicht. Wenn es so weit ist, dürfte so mancher Nutzer allerdings erstaunt sein, wie viel er von sich schon preisgegeben hat.

Quelle:
NachrichtenMedien NachrichtenSoziales Netzwerk – Facebook-Chronik spaltet die User

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Bigpoint

Facebook ist so wertvoll wie VW

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by on Februar 5, 2012 at 18:34

Wann geht Facebook an die Börse?

Am heutigen Mittwoch will Facebook den Börsenprospekt veröffentlichen, der die potenziellen Investoren mit den Geschäftszahlen des Unternehmens vertraut macht. Von der Vorlage des Börsenprospekts bis zum eigentlichen Gang an die Börse kann es aber noch Monate dauern. In dieser Zeit wirbt die Facebook-Führung um Gründer Mark Zuckerberg bei Investoren für ihr Unternehmen. Hilfe erhält Zuckerberg dabei von der US-Investmentbank Morgan Stanley; laut US-Medienberichten steht das Wall-Street-Haus endgültig als federführende Bank fest.

Warum geht Facebook an die Börse?

Grundsätzlich will Facebook Geld verdienen. Der Wert des Unternehmens wird schon seit Längerem sehr hoch eingeschätzt, ein Börsengang spült eine Menge Bares in die Kasse. Davon können neue Investitionen getätigt werden – für einen weiteren Wachstumskurs unabdingbar.

Außerdem werden Facebook-Gründer wie Marc Zuckerberg und langjährige Unterstützer durch den Börsengang reich, schließlich verkaufen sie Firmenanteile. Zudem bedeutet ein Börsengang natürlich auch einiges an Prestige – Facebook wird auf einen Schlag die neue Nummer eins der börsennotierten Internet-Unternehmen.

Für Google dürfte das ein schwerer Schlag sein. Bisher galt der Suchmaschinenriese als das wertvollste, bekannteste und erfolgreichste Unternehmen des Internetzeitalters. Ein so gigantischer Börsengang, wie ihn Facebook nun anstrebt, dürfte nicht nur am Selbstverständnis von Google rütteln, sondern sendet auch ein klares Signal an Nutzer und Werbekunden.

Wie viel nimmt Facebook durch den Börsengang ein?

Bisher galt der Börsengang von Google als der einträglichste, doch im Vergleich zu Facebook ist er nahezu lächerlich: Facebook peilt einen Ersterlös von fünf Milliarden Dollar an, Google konnte beim Börsengang 2004 nur vergleichsweise geringe 1,7 Milliarden Dollar erlösen. Microsoft generierte beim Börsengang die aus heutiger Sicht lächerliche Summe von 61 Millionen Dollar – allerdings im Jahr 1986, lange vor dem Internet.

Aber auch andere Internet-Unternehmen will Facebook in die Schranken weisen: Börsen-Newcomer wie Zynga, Groupon oder LinkedIn erlösten bei ihren Kapitalgängen allesamt weniger als 1 Milliarde Dollar.

Wie viel ist Facebook wert?

Der Gesamtwert des Unternehmens ist schon jetzt deutlich höher als die angestrebten Erlöse beim Börsengang: US-Medien gehen davon aus, dass Facebook beim Börsengang mit 75 bis 100 Milliarden Dollar bewertet wird (57 bis 76 Milliarden Euro). Damit würde der Senkrechtstarter vom Firmenwert her in einer Liga mit dem Autokonzern VW oder dem Industriemulti Siemens spielen.

Bei Google lag die Gesamtbewertung beim Börsengang 2004 zusammen mit den Aktien, die bei den Alteigentümern verblieben, bei 23 Milliarden Dollar. Bis heute sind daraus 189 Milliarden Dollar geworden. Facebook-Gründer Marc Zuckerberg hofft auf einen ähnlichen Werdegang. Durch den Handel dürften auch die Aktien – zumindest in den ersten Wochen – ansteigen und einen hohen Gewinn für Anleger und Facebook selbst bedeuten.

Wieso ist Facebook so wertvoll?

Facebook macht seinen Umsatz mit Werbung. Das Clou am «Modell Facebook»: Dadurch, dass Nutzer private Daten freiwillig in ihrem Facebook-Profil speichern, kann das Unternehmen die Werbung möglichst zielgruppenorientiert schalten. Jeder Nutzer bekommt also genau die Produkte angeboten, die ihn laut seinen bei Facebook geposteten Informationen interessieren.

So kann ein Unternehmen genau in seiner Zielgruppe werben. Facebook kann dafür mehr Geld vom Werbekunden verlangen. Deswegen sind die Informationen, die Nutzer über sich veröffentlichen, für Facebook ein sehr großer Schatz. Tag und Nacht werden Interessen, Fotos, Arbeitgeber und Vernetzungen mit anderen Personen ausgewertet, damit Facebook ein möglichst genaues Bild von seinen Usern bekommt.

Wie kann man Aktien kaufen?

Am besten man wartet auf den Börsengang und erwirbt die Aktien im ganz normalen Handel an der Börse. Für ganz Ungeduldige gibt es jedoch schon jetzt Möglichkeiten, sich am Unternehmen Facebook zu beteiligen. Die Investmentbank Goldman Sachs kaufte sich bereits beim sozialen Netzwerk ein. Anleger können nun von der Bank Anteile erwerben und so auf hohe Erlöse beim Börsengang wetten.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Firmenwerte von Ex-Mitarbeitern oder ehemaligen Investoren zu kaufen. Handelsplattformen wie Sharespost oder Second Market bringen private Käufer und Verkäufer zusammen – bei Sharespost werden Facebook-Aktien aktuell mit einem Wert von 89 US-Dollar bewertet. Pro Aktie, versteht sich. Es ist also nicht billig, sich mit Facebook-Anteilen einzudecken. Das ist wenig überraschend, schließlich ist die Nachfrage momentan sehr hoch, das Angebot aber sehr gering: Alle schon vor dem Börsengang verfügbaren Facebook-Aktien stammen aus dem Privatbesitz ehemaliger Investoren oder Privatanleger.

Trotzdem sollen schon Aktien im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar über Second Market gehandelt worden sein – ein Zeichen, wie hoch das soziale Netzwerk momentan bei Investoren im Kurs steht. Dabei lässt die amerikanische Wertpapieraufsicht nur Investoren mit einem Vermögen von mindestens 1 Million Dollar oder einem Einkommen von jährlich 200.000 Dollar zu. Damit fällt ein direktes Investment bei Facebook vor dem Börsengang für die meisten wohl aus.

Eine andere Möglichkeit ist es, in börsennotierte Unternehmen zu investieren, die Facebook-Anteile besitzen. 2007 kaufte zum Beispiel Microsoft 1,6 Prozent des sozialen Netzwerks. Sollten die Facebook-Aktien beim Börsenstart absolut durch die Decke gehen, könnte auch der Aktienkurs von Microsoft steigen – für Besitzer von Microsoft-Anteilen winkt eine Rendite.

Quelle:
NachrichtenWirtschaft NachrichtenBörsengang – Facebook ist so wertvoll wie VW

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Politiker auf Twitter «Besser als Sex»

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by on Januar 31, 2012 at 12:31

In die Öffentlichkeit trauen sich Politiker in der Regel nur dann, wenn sie an Wahlkampfständen oder in beliebten TV-Sendungen um Wählerstimmen kämpfen. Dass es sich dabei meist nur um kurzfristige Mittel zum Zweck handelt, verärgert die Bürger. Es überrascht nicht, dass die Deutschen über ihre Politiker meckern und häufig kritisieren, dass es kaum Möglichkeiten gibt, in einen echten Dialog mit ihnen zu treten.

Doch der Boom der sozialen Netzwerke zwingt auch die etablierten Parteien, sich mit den Möglichkeiten des Internets auseinanderzusetzen. Und siehe da: Plötzlich ist er gewünscht, der Kontakt zum Volk. Hinzu kommt der Erfolg der Piratenpartei, einer Generation von jungen Menschen, die es verstanden hat, das Kommunikationspotential des Internets für sich zu nutzen. Wer da weder altbacken wirken noch den Anschluss verpassen will, muss bereit sein, neue Wege zu gehen.

Einer davon heißt Twitter und ermöglicht es den Abgeordneten und Ministern politisches Tagesgeschehen zu kommentieren. Jeder Bürger, der selbst auf Twitter aktiv ist, kann die Politiker anschreiben. Nicht selten entsteht dabei auch ein kurzer Dialog. Am spannendsten wird es, wenn sich Politiker untereinander einen kleinen Schlagabtausch auf Twitter liefern.

Ein bisschen wie Fluch der Karibik

So hat der parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, dieser Tage die politische Situation im Saarland kritisch kommentiert: «Gabriel schließt Rot-Grün-Rot aus und hält die Tür zur Großen Koalition sperrangelweit auf. Kämpfen für Rot-Grün geht anders!» Die Antwort der politischen Gegner ließ nicht lange auf sich warten. Diese kam vom stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Hubertus Heil: «Im Saarland solltet Ihr gemerkt haben, dass Jamaika für Euch und das Land der Fluch der Karibik ist.» Becks Konter: «Für SPD war die Große Koalition im Bund nicht gerade ein Jungbrunnen, aber Ihr sammelt Große Koalitionen wie andere Muscheln.»

Auseinandersetzungen wie diese sind keine Seltenheit. Jeder Twitternutzer kann lesen, worüber und wie politische Gegner auf Twitter über Koalitionen und Co. streiten. Insgesamt interessieren sich etwa 18.600 Leute für das, was Beck Tag für Tag in die digitale Welt schickt. Heil scharrt etwa 13.600 Anhänger hinter sich. Wer beide Politiker auf Twitter verfolgt, darf also mit bester Unterhaltung rechnen.

Erst seit September 2011 auf Twitter unterwegs ist Peter Altmaier, der Geschäftsführer der CDU/CSU. Mittlerweile lesen ihn regelmäßig etwa 6900 Twitterer. Selbst zu heißen Themen wie der Wulff-Affäre, dem Umgang mit den Journalistenfragen und den Antworten des Bundespräsidenten trägt Altmaier seine Meinung ins Internet: «Wünsche mir, dass Christian seine Anwälte an die Leine legt und die Fragen/Antworten ins Netz stellt», schrieb er auf Twitter. Damit traf Altmaier zwar den Nagel auf den Kopf, wie ihm die Mehrheit seiner Parteikollegen versicherten, bekam jedoch auch Ärger, weil er den Bundespräsidenten beim Vornamen nannte.

Soziale Netzwerke – Allheilmittel gegen die Politikverdrossenheit?

Es ist ein schwieriger Spagat, die politische Rolle und die der Privatperson glaubwürdig und authentisch ins Internet zu transportieren. Wem das gelingt, der erzielt Nähe. Und das ist es, was der Politik abhanden gekommen ist. Die Bevölkerung will sich wieder verstanden fühlen und spüren, dass sie Teil einer Demokratie ist. Dann geht sie auch zurück an die Wahlurne.

Soziale Netzwerke wie Twitter sind vielleicht nicht das Allheilmittel gegen die zunehmende Politikverdrossenheit. Aber sie können helfen, Dialoge aufzubauen, die in dieser unkomplizierten Form noch vor wenigen Jahren nicht möglich waren. Einige Politiker verraten im Internet sogar Geheimnisse aus Kindheit und Jugend oder schreiben über ihre Hobbies und das Lieblingsessen. Manch einem mag das vielleicht zu viel des Guten sein. Und doch hilft diese ungewohnte Offenheit dabei, das allzu staatstragende und volksfremde Bild eines Politikers den Wählern gegenüber zu korrigieren.

Jemand, der die sonst so starre und von Politkern gepflegte Sprache der aufgebrauchten Worthülsen durchbricht, ist die politische Geschäftsführerin der Piratenpartei, Marina Weisband. «Verschiedene, legitime Meinungen gegeneinander zu diskutieren ist besser als Sex», heißt es in einem ihrer letzten Twitternachrichten. Die 24-Jährige hat es verstanden, die Politik ihrer Partei rund um die Uhr zu kommunizieren. Dabei wird es nie langweilig: Offen, streitfreudig und fair lässt sich Weisband auf Diskussionen mit anderen Twitterern ein.

Ist Twitter so wichtig wie Wasser und Strom?

Auf Twitter hatte Weisband längst angedeutet, was dieser Tage offiziell vermeldet wurde: Die charismatische Hoffnungsträgerin der Piraten wird sich kein weiteres Mal als Kandidatin für den Bundesvorstand aufstellen lassen. Als Grund gibt sie gesundheitliche Probleme an. Schon auf Twitter hatte sie das in den vergangenen Tagen angedeutet.

Auch das: Eine Form von Nähe, die Weisband gegenüber ihren mehr als 17.800 Lesern auf Twitter aufrecht erhält. Peter Altmaier beantwortete den Grund für seine Twitteraktivitäten damit, dass das mittlerweile «so notwendig wie ein Anschluss für Wasser und Strom» sei. So hoch ist der Stellenwert der sozialen Netzwerke für den politischen Diskurs dann doch nicht. Aber Twitter und Co. zeigen, dass es sich lohnt, wenn Politiker lernen, sich zu überwinden und das Internet als Ort der Kommunikation verstehen und nutzen.

Quelle:
NewsPolitik NewsPolitiker auf Twitter – «Besser als Sex»

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Wut auf Facebook – Widerstand gegen die Chronik

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by on Januar 27, 2012 at 08:55

Die Ankündigung von Facebook war ein kleines, unauffälliges Update eines fast zwei Monate alten Eintrags auf dem Firmenblog. Auf wenigen Zeilen wurde den Nutzern ein Ultimatim verkündet, das viele als Affront empfinden. Die brisante Nachricht: In den kommenden Wochen werden alle Profile zwangsweise auf die sogenannte Timeline umgestellt, als Übergangsphase hält Facebook sieben Tage für ausreichend.

Gegen diese Entscheidung regt sich nun massenhafter Protest. Tausende Nutzer protestieren in kurzen Protestnachrichten gegen die Umstellung. «Sorry Herr Zuckerberg, aber ich finde es schlicht und ergreifend zum Kotzen, dass ich gezwungen werde, die Chronik zu nutzen. Sie vergessen wohl: Sie leben von den Nutzern und nicht umgekehrt. In Deutschland habe ich das Recht auf Meinungsfreiheit», beschwert sich beispielsweise ein Nutzer mit dem Usernamen Steven Schäfer unter der Ankündigung des Facebook-Mitarbeiters. Nutzerin Gabi Drews stimmt ihrem Vorkommentator zu: «Die Verpflichtung zur Chronik ist ein massiver Eingriff in mein Persönlichkeitsrecht und das Recht, selbst darüber zu entscheiden, welche Form von Facebook ich nutzen möchte.»

«Ich fühle mich entblößt. Ich würde gerne wissen, wie man das rückgängig machen kann. Ihr solltet die User entscheiden lassen, ob sie die Chronik nutzen wollen oder nicht», schreibt Axel Core. Und Jonathon Johnson hat einen guten Rat: «Liebes Facebook, es scheint so, als tust du alles in deiner Macht stehende, um zu sein wie MySpace. Bitte hör auf damit. Ich weiß nicht, ob du es wusstest, aber sie sind grandios gescheitert.»

Datenschützer warnen vor der Chronik

In der «Chronik» können Nutzer die Einträge ihrer Freunde auch über Jahre zurück abrufen – und dabei gezielt in Jahren oder auch Monaten nachschlagen. Stellt ein Nutzer die Möglichkeit nicht ab, so wird unter anderem auch sichtbar, wann er sich mit anderen Nutzern via Facebook «befreundet» hat. Außerdem versucht Facebook, über die interaktiven Lebensläufe an historisches Material seiner weltweit gut 800 Millionen Nutzer zu gelangen: Sie haben nun die Möglichkeit, Fotos aus ihrer eigenen Vergangenheit nachzutragen – bis zur Geburt.

Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass man nicht über längere Zeit zwei Darstellungsoptionen weiterentwickeln könne. Nutzer, die ihren Account bereits freiwillig auf die neue Timeline umgestellt hatten, wurde die Rückkehr zur alten Option verweigert. Doch es gibt offenbar Tricks, wie man unter Umständen seine alte Darstellungsoption wiederherstellen kann. Eine für die Browser Firefox und Chrome geeignete Erweiterung präsentiert chip.de auf seinen Seiten.

Daten- und Verbraucherschützer hatten bereits vor der «Chronik» gewarnt, als Nutzer diese noch freiwillig aktivieren konnten. Mit der jetzt angekündigten Pflicht schwillt die Kritik erneut an. «Die Hauptgefahr besteht wohl darin, dass der Nutzer angeregt oder angeleitet wird, aus seiner Vita Daten preiszugeben, die er zuvor nicht preisgegeben hätte», sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar der Nachrichtenagentur dapd. Damit werde der Nutzer immer transparenter.

Derweil machen sich schon erste zwielichtige Unternehmungen den Ärger der Nutzer zueigen. Seit der Ankündigung der Timeline-Option Mitte Dezember vergangenen Jahres häufen sich die Fälle, in denen offensichtlich Betrüger mit dem Versprechen, zur alten Darstellung zurückkehren zu können, an Nutzerdaten gelangen wollen. Dafür haben sie Facebook-Apps programmiert, die nach der Anmeldung ungewöhnlich umfangreiche Datenfreigaben von den Nutzern verlangen.

Quelle:
NewsMedien NewsWut auf Facebook – Widerstand gegen die Chronik

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14-Jähriger lud Pornos auf sein Handy …

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by on Januar 8, 2012 at 15:07

… und muss nun Sozialstunden leisten

Den Fluch des Internets musste ein erst 14-Jähriger aus einer Gemeinde im Donaumoos erfahren. Der Jugendliche hatte einen Pornoclip aus dem Internet auf sein Handy heruntergeladen und in der Schule seinen Freunden gezeigt. Das Amtsgericht Neuburg bestrafte den Schüler gleich zwei Mal.

„Ich wollte damit angeben“, gab der junge Bursche offenherzig vor dem Richter zu. Er hatte den Clip zu Hause aus dem Internet heruntergeladen und ihn in der Schule zwei 13-jährigen Mitschülern gezeigt. Das Handy wurde von der Polizei sichergestellt. Dass der Angeklagte das Mobiltelefon nicht mehr zurückbekommen sollte, störte den jungen Mann wohl mehr als die bevorstehende Strafe. Amtsrichter Matthias Ernst klärte den 14-Jährigen auf, dass eine Einstellung des Verfahrens gegen Arbeitsstunden nur erfolge, wenn sich der Jugendliche mit der Beschlagnahme des Handys einverstanden erkläre. Doch das empfand der Angeklagte wohl als doppelte Strafe und lehnte ab. Auch die Mutter des jungen Mannes weigerte sich zunächst, das erst drei Wochen alte Gerät herauszugeben. Erst als der Richter mit einem Urteil und damit einem Eintrag in das Bundeszentralregister drohte, lenkten beide ein.

Somit konnte Richter Ernst das Verfahren gegen 40 gemeinnützige Arbeitsstunden einstellen. „Die Strafe soll dir die Einsicht vermitteln, dass es falsch war. Es gibt einen Grund, warum das Minderjährigen verboten ist. Du musst lernen, mit dem Internet richtig umzugehen“, gab der Richter dem Schüler mit auf den Weg. (josa)

Quelle: Augsburger Allgemeine – Donaumoos – Porno auf Handy geladen

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