HIV-Neuinfektionen 2007 um 9% erneut angestiegen

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Dem Robert Koch-Institut wurden für das erste Halbjahr 2007 insgesamt 1.334 neu diagnostizierte HIV-Infektionen gemeldet. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 (1.224) ist dies eine Zunahme um neun Prozent, allerdings ist gegenüber dem zweiten Halbjahr 2006 (1.414) ein Rückgang um sechs Prozent zu beobachten. „Wir müssen die Entwicklung sorgfältig beobachten, auch die Präventionsbemühungen müssen auf hohem Niveau gehalten werden“ sagt Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts. Eine neue, vom Bundesministerium für Gesundheit finanzierte Studie soll die Daten-Grundlage erweitern und damit das aktuelle Geschehen präziser abbilden

Der neue Halbjahresbericht mit umfangreichen Daten zu HIV-Infektionen und AIDS-Erkrankungen, auch regional aufgeschlüsselt, ist im Epidemiologischen Bulletin des Robert Koch-Instituts veröffentlicht worden und auf den RKI-Internetseiten abrufbar. Für den aktuellen Bericht wurden die Daten ausgewertet, die bis 01.09.2007 vorlagen.

Wichtigste Betroffenengruppe sind mit 64 Prozent nach wie vor Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), bei ihnen stieg die Zahl der Neudiagnosen erneut an, im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem zweiten Halbjahr 2006 um fünf Prozent. In Reaktion auf den anhaltenden Anstieg der Zahl der HIV-Neudiagnosen bei MSM hat eine Neuausrichtung der Prävention hin zu zielgruppengenaueren Maßnahmen begonnen.

Im ersten Halbjahr 2007 wurden 16 HIV-Infektionen bei Kindern und Neugeborenen diagnostiziert, die sich über ihre Mutter infiziert haben. Elf der Kinder wurden in Deutschland geboren. In zehn Fällen war der Mutter kein HIV-Test in der Schwangerschaft angeboten worden, die Schwangerschaften lagen zwischen 1997 und 2006. Es wird darauf hingewiesen, dass der Gemeinsame Bundesausschuss im September 2007 die Mutterschaftsrichtlinie aktualisiert hat. Ärzte sollen den HIV-Test im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen zukünftig jeder Schwangeren empfehlen und die Beratung dokumentieren.

Ein wesentliches Ziel der epidemiologischen Überwachung (Surveillance) ist das Erkennen von aktuellen Entwicklungen, um schnell eingreifen zu können. Die Bestimmung der Zahl der HIV-Neuinfektionen pro Zeiteinheit (HIV-Inzidenz) ist aber methodisch schwierig und aufwändig. Die Meldungen über HIV-Neudiagnosen dürfen weder mit der HIV-Inzidenz noch mit der HIV-Prävalenz (Anzahl der zu einem bestimmten Zeitpunkt bestehenden HIV-Infektionen) gleichgesetzt werden. Die Meldungen über HIV-Neudiagnosen erlauben keinen direkten Rückschluss auf den Infektionszeitpunkt, da HIV-Infektion und -Test zeitlich weit auseinander liegen können. Faktoren, die die Meldedaten beeinflussen können, sind das Angebot von Testmöglichkeiten, die Inanspruchnahme der Testangebote und das Meldeverhalten der Ärzte.

Zur besseren Abschätzung des aktuellen Infektionsgeschehens beginnt das Robert Koch-Institut in Kürze eine vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte deutschlandweite Studie. Ziel dieser „Inzidenzstudie“, der eine erfolgreiche Pilotstudie vorausging, ist die Bestimmung des Anteils der kürzlich erworbenen HIV-Infektionen unter den HIV-Neudiagnosen. Dabei werden Blutproben auf Marker einer frischen Infektion untersucht.

Dies ist die Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts

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Beitrag von GMX

Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) gab es zwischen Januar und Juli diesen Jahres 1334 gemeldete HIV-Neuinfektionen.

Das waren neun Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2006. Damals wurden 1224 neue Fälle registriert. Im Vergleich mit dem zweiten Halbjahr 2006, als 1414 Fälle gemeldet wurden, ist die Zahl der Neuansteckungen leicht gesunken, teilte das RKI mit. Insgesamt blieben die Neuinfektions-Zahlen für Deutschland aber auf einem hohen Niveau.

Mit dem Aidsvirus stecken sich immer noch vor allem homosexuelle Männer an. Bei ihnen wuchs die Zahl der Neudiagnosen weiter an. Auch von der zweiten Jahreshälfte 2006 bis zum Juli 2007 verzeichnete das RKI hier einen Anstieg um fünf Prozent.

Von Januar bis Juli wurden aber auch 16 HIV-Infektionen bei Kindern und Neugeborenen diagnostiziert. Sie steckten sie über ihre Mütter an. In zehn Fällen war den Frauen während der Schwangerschaft kein HIV-Test angeboten worden. Seit September 2007 sollen Frauenärzte HIV-Tests im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge generell empfehlen. […]

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