Kampf gegen Aids • Wie ein Londoner Krankenhaus HIV-Infektionen aufspürt

WOANDERS ENTDECKT

HIV-Infektionen nehmen in Europa vor allem bei homosexuellen Männern stark zu – aber längst nicht alle wissen von dem Virus in ihrem Körper. Ein Krankenhaus aus London ist mit einem Onlineprojekt deshalb neue Wege gegangen.

Es waren keine guten Nachrichten, die im vergangenen November die Runde machten: In Europa hat die Zahl der HIV-Neuinfektionen zugenommen. Im stark betroffenen Osten Europas wird das Virus unter Heterosexuellen weitergegeben, in der restlichen Europäischen Union stecken sich vor allem homosexuelle Männer durch ungeschützten Geschlechtsverkehr an. „HIV-Diagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben, sind in einem alarmierenden Tempo gestiegen“, hieß es in einem Bericht des Europäischen Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC). […]

[…] Um die Gruppe jener Männer zu erreichen, die von ihrer HIV-Infektion gar nichts wissen, wurden die Mediziner um Emilie Elliot von der Dean Street Clinic, einem Londoner Krankenhaus in Soho, das sich auf den Kampf gegen Aids und HIV spezialisiert hat, erfinderisch. In Zeiten von Smartphones treffen sich Männer nicht mehr unbedingt in den Gaybars von Soho, sondern verabreden sich über Dating-Apps wie Gaydar, Grindr oder Recon, vermuteten die Mediziner.

Sie schalteten daher auf diesen Plattformen sowie auf einigen Facebook-Seiten Anzeigen oder verschickten persönliche Nachrichten. Dort konnten die Nutzer zunächst anonym Fragen zu einer allgemeinen Risikoabwägung beantworten: Wann hatten Sie zuletzt ungeschützten Sex? Nutzen Sie Kondome? Haben Sie schon einmal einen HIV-Test gemacht? […]


icons-842851_640Textquelle: Spiegel Online


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