News | Kinderpornos im Wiesbadener Stadtarchiv

WOANDERS ENTDECKT

Die kinderpornografischen Fotos im Wiesbadener Stadtarchiv verblüfften am Freitagmorgen nicht nur die Journalistin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, die sie dort entdeckte, sondern auch einen Mitarbeiter. „Der Kollege hat das alles schon rausgefilzt“, ließ er die einschlägig interessierten Besucher freimütig wissen – um dann festzustellen, dass das Depositum entgegen seiner Annahme immer noch schockierendes Material enthielt. „Das ist überraschend, dass das da noch drin ist.“

Was ein städtischer Bediensteter beim Aussortieren offenkundig übersehen hat, sind mehr als hundert Aufnahmen nackter Schüler, die am Freitag nach ihrer Entdeckung durch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung der Kriminalpolizei übergeben wurden. Sie gehören zum umfangreichen Nachlass des vor zwei Jahren gestorbenen Kunstlehrers und Fotografen „Hajo“ Weber. Er hatte sich in den Jahren 1988 und 1989 an fünf Jungen der Helene-Lange-Schule vergangen. […]

[…] Bilder von etwa 40 unbekleideten Jungen

Die gestern gefunden Nacktaufnahmen erweitern sein pädophiles Sündenregister erheblich. Sie stammen aus den siebziger und achtziger Jahren und zeigen unbekleidete Jungen in den Duschräumen der Schule und auf Klassenfahrten. Die Jugendlichen fühlen sich allem Anschein nach unbeobachtet. Für viele weitere Aufnahmen haben sie in Webers Atelier oder in seiner Wohnung offensichtlich posiert.

Insgesamt lagerten bis gestern im Stadtarchiv in zwei großen Holzkisten Bilder von ungefähr 40 unbekleideten Jungen. Die Negative stecken in Klarsichthüllen und zeigen Helene-Lange-Schüler, Kinder von Lehrern und andere Jungen. Daneben finden sich in dem Depositum noch Tausende von anderen, anscheinend eher unverfänglichen Aufnahmen. Sie können als stadt- oder kulturhistorische Dokumente gelten. So gibt es zum Beispiel Aufnahmen einer „Anti-Nazi-Demo“ und Fotos der heftig umkämpften Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wurde Webers Nachlass nach seinem Tod im Jahr 2008 zunächst im Keller einer Wiesbadener Grundschule aufbewahrt. Mit ihm befreundete Fotografen empfahlen ihn im vergangenen Jahr dem Stadtarchiv. Dort nahm man die beiden Holzkisten ohne Bedenken an, weil man von Webers Vergehen zu diesem Zeitpunkt noch nichts wusste. Als Riegel die fünf Missbrauchsfälle in diesem Frühjahr in einem Zeitungsinterview bekannt machte, erinnerte man sich wieder an seinen dort lagernden Nachlass. […]

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2 Kommentare

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