Wir Homos haben es nicht leicht

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Wir Homos haben es doch echt nicht doll erwischt. Erst straft uns Gott mit dieser Schwanzfixiertheit, dann mit diesem intoleranten sozialen Umfeld. Als nächstes quält er uns damit, dass wir bei der Partnersuche nur auf eine extrem begrenzte Ressource zurückgreifen können. Und wenn wir dann noch ästhetischen und intellektuellen Anspruch hinzunehmen, minimiert sich diese Ressource auf ein so kleines Feld, dass man eigentlich nur noch wie ein ostdeutscher Arbeitsloser mittleren Alters auf ein Lottolos mit 6 Richtigen + Zusatzzahl hoffen kann, das vom Himmel in den Stützstrumpf fällt.

Um diesen Fauxpas auszugleichen erschuf Gott das schwule Internet. Dummerweise hatte er erneut nicht zu Ende gedacht, denn das stellte uns Homos vor eine neue, unerotische Herausforderung. Besonders die Homojugend ist dafür anfällig. Jetzt fanden sie sich zwar schneller, dafür waren sie aber räumlich voneinander getrennt. Die Herausforderung bestand nun darin, nicht am ersten Hindernis zu bocken und den Reiter vom Pony zu schütteln. Das wiederum ist etwas, was wir Homos – ganz im Gegensatz zu unseren eher weiblichen Wesensgenossen mit ausladender Brust – nicht können. Wir können nur aufgeben, um kurze Zeit später zu sagen: “Ich gebe nicht auf und schaue in die Zukunft! (zu einem Anderen, haha)” Eine Lüge, die sich durch unsere komplette Jugend hindurch zieht.

Wir Homos haben auch bis zum 20. Lebensjahr nicht die nötige Qualifikation, eine gesunde Beziehung zu führen – das Angebot ist einfach zu klein. Wir wollen nichts auslassen und schreien nach einer Woche “Wir sind zusammen!”, um dann drei Wochen später das Interesse auf andere Homos zu verlagern. Das ist aber auch logisch. Kuscheln, knutschen und ficken sind nur so lange mit der gleichen Person interessant, bis der nächste, bessere Kerl auftaucht und Chancen vermuten lässt. Du besäuselst dein Gegenüber mit ach so großen, tollen Gefühlen und wartest unterbewusst schon auf den nächsten, der es mehr wert sein soll. Alles natürlich unter dem selbst eingeredetem Vorwand, man würde es wirklich versuchen wollen und auch ganz dolle sicher ernst meinen. Ist dann die Luft raus, beschwichtigen wir den dramatisch abdankenden Jetzt-Ex mit Worten wie “Ich wollte dir nicht wehtun!” oder “Ich hab dich doch noch immer sehr lieb!” und fast ausnahmslos immer mit dem knüppelhart gelogenen “Ich will dich als guten Freund nicht verlieren!”.

Übrigens ist auch nirgendwo anders als bei uns Homos jemand, der häufiger als fünf Mal im Jahr einen anderen Geschlechtspartner hat so schnell eine Schlampe, Nutte, oder irgendwas anderes, was ihn mit jemandem gleichsetzt, der mindestens das zehnfache an Verschleiß hat und Geld dafür in den Mastdarm gestopft bekommt. Das alles begründet sich wieder auf der geringen Partnerauswahl und der Tatsache, dass die Homowelt – nicht zuletzt durch das Internet – zu einem inzestuösen Schlumpfdorf geworden ist, wo jeder mit jedem schon zumindest verbalen Kontakt hatte.

Sobald wir dann die magische 20 erreicht haben, ist sowieso alles im Arsch. Na ja, bei den Passiven auch vorher. Die 20 symbolisiert den Einstieg in das homosexuelle Müllverwertungssystem. Anfangs ist alles noch relativ normal, da wir uns noch an den Jüngeren messen können. Sobald aber die Zahl hinter der Zwei ansteigt, ist auch da der Ofen aus. In dieser Übergangszeit sind dann die meisten von uns schlagartig der Überzeugung, dass das damals alles unsinnig war und eine Beziehung das Beste ist. Dabei ist genau das völliger Blödsinn. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte man das Leben und die Sexualität auskosten, solange man noch gefragt ist. Das mag zwar einigen Endzwanzigern, die sich in einen geistig weniger entwickelten Homo unter 18 verknallt haben die Magensäure zur Uvula treiben, aber wenn sie ehrlich sind, dann waren sie in derem Alter auch nicht anders. Außerdem sollten die es besser wissen, denkt man. Dumm ist nur, wenn man sich dabei noch kräftig verarschen lässt. Sicher gibt es auch die einen oder anderen Ausnahmen, aber die bestätigen nur eine ziemlich blutige und knallharte Regel. Die Suche nach einer dieser Ausnahmen ist sowieso in 99% der Fälle erfolglos und von daher nicht anzustreben.

Sobald die Zahl hinter der Zwei größer als Fünf ist, geht es für die meisten von uns nur noch bergab. Wir bekommen einen Klops im Gesäßbereich der Hose bei dem Gedanken, dass bald nur noch die senilere Fraktion das Ding zwischen den Beinen anfassen will. Und, was noch viel schlimmer ist: Wir gehören selbst bald zu dieser Randgruppenrandgruppe. In dieser Zeit beginnt dann wohl der stille Umzug in eine größere Welt und der Abschied von Schwulettenhausen. Einige schaffen es natürlich nicht und müssen sich weiterhin Bestätigung und Befriedigung in einschlägigen Chats und Foren suchen; bezahlen sogar Geld dafür. Andere wiederum treiben es sowieso mit allem und jedem, aber das taten sie auch schon vorher. Von daher sind diejenigen eher irrelevant. Der Großteil von uns besinnt sich dann aber wohl eines Bessere.

Quelle: polylux.tv (und tomcom – habe ich ja bei dir geklaut)

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  1. Hi Steffen,

    eine knallharte, ernüchternde Analyse der Ist-Situation, die aber nicht ohne eine gewisse Ironie daherkommt…
    Nun, es ist doch wirklich pervers, dass sich Gesamt-Schwulettenhausen nach außen als Einheit zeigt und Gleichberechtigung, Toleranz etc. von den Stinos bzw. der Politik fordert, aber sobald alle Kameras aus sind, der letzte Prosecco ausgetrunken ist, da geht das Rumgez(f)icke und das intolerante Ausgrenzen innerhalb Schwulettenhausens in die Vollen!
    Sehr traurig 🙁
    Unterm Strich muss jeder mit sich selbst ausmachen, wie er sich dazu positioniert…
    Lg Oli

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